Bei einem Vortrag von Psychologin Kristina Kost erhielten die Hamelner Landfrauen wertvolle Tipps zu einem guten und gesunden Schlaf. Die Veranstaltung fand im Hotel „Zur Krone“ mit Unterstützung der LEB (Ländliche Erwachsenen Bildung) statt.

Um gut schlafen und durchschlafen zu können, sollte man auf jeden Fall das Wohlbefinden stärken. Das bedeutet seinem Körper Gutes zu tun; ein Glas Milch mit Honig oder eine Tasse Tee vor dem Zubettgehen steuern die Wärmeregulierung und machen müde. Kohlenhydrate (Glukose, also Süsses benötigt das Gehirn zur Produktion von Schlafhormonen). Alkohol oder schwere Kost stören das Ein- und Durchschlafen. Krimis vor dem Schlafengehen oder Grübeln über Probleme, sowie Denksportaufgaben erzeugen im Gehirn Delta-Wellen, die lange nachwirken. Schlaf benötigt jedoch entspannte Alpha-Wellen. Lesen hilft – allerdings nicht am Smartphone, LapTop oder Computer. Diese Geräte senden Blautöne aus, die dem Körper Tageslicht vorgaukeln, was wiederum das Einschlafen stört. Weitere Schlafkiller sind: duftenden Hauptcremes (ätherische Öle können Wachreiz auslösen), Zimmerpflanzen (entziehen Sauerstoff und können Atemwege reizen),Salzgebäck (erhöht den Natriumspiegel), niedriger Blutdruck (stört das Durchschlafen), Fleisch- oder Fischlose Kost (Vitamin B6-Mangel) und Handy am Bett (Anrufbereitschaft / Wachheit).

Regelmäßige körperliche Bewegung dagegen führt zu einem höheren Schlafbedürfnis. Man sollte nur ins Bett gehen, wenn man müde ist; nicht weil es Zeit ist.

Unser Schlaf findet im 90 Minuten Rhythmus statt; er beginnt mit 30 Minuten sogenanntem REM-Schlaf, dann 30 Minuten Tiefschlaf und wieder 30 Minuten REM-Schlaf. Dieses Auf und Ab findet pro Nacht 21 Mal statt. In den REM-Phasen (Rapid Eye Movement) bewegen sich die Augenmuskeln und der Mensch träumt. Während des Tiefschlafs ist der Körper völlig entspannt – nichts bewegt sich. Vier Stunden Tiefschlafphasen sind ausreichend für einen guten Schlaf. Zu Beginn und am Ende des jeweiligen REM-Schlafs ist man normal für zwei bis drei Minuten wach; ab 50 Jahren sind es dann fünf Minuten. Dies ist von der Natur gewollt und dient unserer Sicherheit. In Urzeiten waren die Menschen durch Naturgewalten und wilde Tiere wesentlich stärker bedroht als heute. Dieses kurze Aufwachen stellt also kein Schlafdefizit dar und sollte einfach akzeptiert werden. Sich darüber zu ärgern, stört nur beim Weiterschlafen.

Sollte man jedoch nach 30 Minuten nicht wieder eingeschlafen sein, aufstehen und sich in einem anderen Raum beschäftigen (Buch lesen, monotone ruhige Tätigkeit) und dann einen neuen Versuch starten. Wichtig: Verpasster Schlaf ist nicht weiter schlimm und muss nicht vor- oder nachgeholt werden. Der Körper reguliert es selbst.

Für eine erholsame Nacht sollte man sich auch mit dem Tagesablauf beschäftigen. Der Körper benötigt regelmäßige Pausen: wer viel sitzt, sollte aufstehen und sich bewegen. Wer viel in Bewegung ist sollte sich setzen und entspannen. Dies sollte ebenso in einem Auf und Ab geschehen. Häufige kleine Pausen oder auch ein Powernapping helfen zu entspannen. Beim Powernapping setzt man sich bequem hin und schließt die Augen. Man sollte einen Schlüssel in die Hand nehmen. Nach ca. zehn Minuten fällt der Schlüssel und man erwacht dadurch wieder. Genau der richtige Zeitpunkt um frisch für weitere Aufgaben zu sein. Weitere Entspannungstechniken sind Meditation, Autogenes Training oder leise Musik zum Träumen. Der Körper ist lernfähig. Immer die gleichen Rituale vor dem Zubettgehen stimmen ihn mit der Zeit aufs Schlafen ein.

Ganz wichtig ist: eine negative Erwartungshaltung (z.B. Angst vor Schlaflosigkeit, ärgern über Wachphasen) zu vermeiden und positive Gedanken zum Schlaf schaffen.

Mit diesen Erkenntnissen traten die Landfrauen den Heimweg an.